Fußball-Bundesliga – das war´s diesmal

Ganz oben nix Neues. Chapeau! Einmal mehr der Seppelhut, neunmal in Folge. Kann nicht jeder – Respekt! Trotzdem: An Fußball ohne Fans kann man sich nicht gewöhnen, wird Zeit, dass wieder Leben auf die Tribünen kommt. Den lauten Hall nach jedem Ledertritt braucht kein Mensch mehr! Das Kauderwelsch der Kommandos noch weniger.

Ja, die Profis durften kicken, bei uns ruht der Ball momentan noch, aber hoffentlich nicht mehr lange. Klar, der große Fußball entfernt sich immer weiter von der Basis (und vom DFB wollen wir lieber gar nicht reden), aber einmal Fan = immer Fan. Viele von uns fiebern mit ihren Lieblingsmannschaften. Die schönste Nebensache gehört einfach zum Wochenende. Auch bei uns im Dorf tummeln sich allerhand Vereinsfarben. Erfolgreiche genauso, wie die im Untergang verblaßten.

Bei den Lieblingsmannschaften im TSV-Vorstand dominiert der hessische Vertreter. Mitten im Dorf schallte in den vergangenen Wochen kurz vor dem Anpfiff der Eintracht-Spiele immer der Polizeichor Höchst durch die Straßen: im Herzen von Herleshausen und im “Herzen von Europa”. “Schwarz und weiß wie Schnee …” noch hinterher und ein bisschen Stadionstimmung erreichte beim Fahnehissen die Wohnstube des Pressewarts. Ja, die launische Diva gibt auch diesmal viel Gesprächsstoff her. Die meisten Punkte seit Einführung der 3-Punkte-Regel (60!), Platz 5 und doch ein Beigeschmack Marke Rostock ´92. Jammern oder Jubeln liegen manchmal dicht beisammen. Eintracht Frankfurt anno ´21.

Welche Bilanz zieht Peter Bauer, Vergnügungswart im TSV und Vorsitzender des Eintracht Fan Clubs “Grenzadler Herleshausen”?

“Eigentlich war es von vornherein klar, dass uns wieder eine schwierige Saison erwartet. Mit wenigen oder sogar ganz ohne Fans im Stadion ist es schon unangenehm, sind doch die Fans der 12. Mann der Eintracht, wie bei keinem anderen Verein.

Wurden in den ersten Spielen durch knappe oder unnötige Unentschieden noch leichtfertig Punkte verschenkt, sammelte sich die Eintracht doch schnell und setzte sich im oberen Drittel fest.

Dann kamen die ersten Gerüchte um Fredi Bobic. Als die Verpflichtung von Rose bei Borussia Dortmund feststand, habe ich schon gesagt: „Und Hütter geht zu Gladbach“, ohne dass da schon die Rede von war. Und als die ersten Gerüchte um Hütter aufkamen und die Verpflichtung Hütters bei Gladbach dann feststand, habe ich wieder gesagt: „Das war es und die Eintracht wird jetzt nichts mehr reißen.“ Und leider kam es auch so. Mit der Bekanntgabe des Hütter-Wechsels und der Niederlage gegen Gladbach ging es los. Ob es letztendlich daran gelegen hat, dass wir „nur“ Fünfter geworden sind oder ob es doch einfach an der launischen Diva gelegen hat, bleibt wohl ein Rätsel.

Hätte mir am Anfang der Saison jemand gesagt, die Eintracht wird Fünfter, hätte ich das sofort unterschrieben. Im Nachhinein muss man aber sagen, dass wesentlich mehr möglich gewesen wäre, wenn am Anfang die Punkte nicht so leichtfertig verschenkt worden wären und am Ende nicht der Einbruch gekommen wäre. Von Platz 2 bis 5 war alles drin. Bleibt zu hoffen, dass ein guter Trainer gefunden wird, der diese Arbeit genauso gut oder besser weiterführen kann. Mit Krösche ist schon mal ein guter Nachfolger für Fredi Bobic gefunden worden. Weiterhin bleibt zu hoffen, dass es keinen Ausverkauf der Mannschaft gibt.

Auch wenn keiner verstehen kann, warum ihr geht: Danke Fredi, Adi und Bruno für eure Arbeit bei unserer Eintracht, dank Euch steht unsere Eintracht da, wo sie jetzt steht!

(Peter Bauer, Vorsitzender Eintracht-Fan-Club Grenzadler Herleshausen)

Für unseren TSV-Vorsitzenden bedeutet das Fan-Dasein derzeit kein Vergnügen. Sein Herz schlägt blau-weiß, aktuell also verbunden mit heftigen Rhythmusstörungen. Was sagt Gerhard Biehl zum Niedergang des FC Schalke 04?

Abstieg war vorhersehbar!

“Schon in der Rückrunde der Serie 2019/2020 war der Abstieg von Schalke 04 vorprogrammiert bzw. vorhersehbar. Die schlechteste Mannschaft in dieser Liga ist nun zu recht abgestiegen. Die Fehler wurden aber nicht erst in den letzten anderthalb Jahren begangen, sondern liegen schon mehrere Jahre zurück. Ein zu hohes Anspruchsdenken und völlig unrealistische Ziele wurden verfolgt, gefühlt 50 Trainer beschäftigt, immer wieder neue Spielsysteme eingeführt, völlig überzogene Spielergehälter wurden gezahlt und Spieler, die nicht zum Verein passten, für hohe Ablösesummen geholt. Der Vereinsvorstand, Aufsichtsrat, wie auch die sportliche Abteilung (Manager, Sportvorstand) haben kläglich versagt! Die letzten Trainer, die noch überstürzt engagiert wurden, konnten eigentlich nicht mehr viel retten. Es wurden grundlegende Fehler begangen. Die Vereine, dies gilt für alle Profi- wie auch für die Amateurvereine, die nur kurzsichtig handeln und agieren, aber keinen Zukunftsplan besitzen, werden langfristig immer scheitern. Die Beispiele Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, ja sogar Mainz 05 oder der SC Freiburg zeigen, wie man es richtig macht.

Nun steht man vor einem Scherbenhaufen, nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Schalke 04 muss aufpassen, dass man nicht den bitteren Weg vieler Traditionsvereine gehen muss, der am Ende in der 3. oder 4. Liga endet. Es kann nur ein totaler Neuanfang gestartet werden. Es wird Jahre dauern, um überhaupt einmal wieder an einen Bundesligaaufstieg zu denken. Ich bezweifle aber, dass das Umfeld (Fans, Sponsoren, Verantwortliche) die nötige Ruhe besitzt, diesen steinigen Weg zu gehen.

Eine hoffentlich neue Führung muss aber diese Marschroute allen Beteiligten so kommunizieren und klar machen. Wenn dies nicht gelingt, wird Schalke 04 von der Fußballlandkarte verschwinden.”

(Gerhard Biehl)

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