Der Maulwurf hat Vortritt

Noch ist mehr Bewegung unter als auf dem Rasen. Sportler sind hier noch Fehlanzeige, Wühlmäuse und Maulwürfe tummeln sich. Der Platz ist noch nicht bereit für eine neue Spielzeit, die bei uns derzeit auch noch nicht in Betracht gezogen wird.

In Bezug auf den Werra-Rundschau-Artikel “Kreis gibt ab Montag Hallen und Plätze für Freizeit- und Amateursport frei” hat sich 1. Vorsitzender Gerhard Biehl Gedanken zur aktuellen Situation gemacht. Seinen Text hat er auch als Leserbrief an die Werra-Rundschau geschickt:

Die Pandemie hat und wird von uns allen noch viel abverlangen. Wegen der Mutanten steigen die Inzidenz-Werte und wieder einmal ist es nur eine Frage der Zeit, dass uns der nächste Lockdown bevorsteht. Willkommen in der dritten Welle!

Der Druck der Öffentlichkeit ist sehr hoch und gerade die Politik knickt wegen dem Superwahljahr allmählich ein. Das Volk soll beruhigt und mit falschen Versprechungen hingehalten werden. Mir ist bewusst, dass viele Existenzen vor dem Ruin stehen, und ich bin auch der Meinung, dass dem Einzelhandel, der Gastronomie etc. auch eine geringe Chance gegeben werden muss. Aber dem Freizeitsport? Fünf Personen aus zwei Haushalten können sich treffen, also drei Geschwister und der Trainer mit Kind. Was soll dieser Blödsinn? Weshalb wird auf der Zielgeraden alles wieder in Frage gestellt? Ist er so lebenswichtig? Können wir nicht in jeder Sportart noch einmal 2 Monate warten, um dann wieder, wenn es die Witterung zulässt, im Freien einen eingeschränkten Übungs- bzw. Spielbetrieb anbieten zu können? Im Herbst sind 70 % der Bevölkerung geimpft und dann könnte auch in den Hallen wieder Sport getrieben werden. Soll ich als 1. Vorsitzender jedes Training überwachen, ob sich auch alle an die Vorschriften halten? Utopie, denn auch unter den Sportlern gibt es viele, die diese Vorschriften ignorieren.

Blauäugig melden Verbände sowie Vereinsvorstände, dass unser Hygienekonzept steht und funktioniert!

Wirklich? Selbst das beste System kann gar nicht funktionieren. Das scheitert schon an den Örtlichkeiten und an den Beteiligten. Welche Möglichkeiten habe ich als Hausherr (am Sportplatz, in der Turnhalle) Verfehlungen zu ahnden? Das Gewaltmonopol liegt beim Staat (Vollzugsbehörden). Im Herbst war ich auf sieben verschiedenen Sportplätzen und nur annährend wurden die Hygienevorschriften auch nur ansatzweise eingehalten bzw. umgesetzt! Im Profisport werden alle Beteiligten in der Woche mehrmals getestet und trotz alledem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Beispiele gibt es genug!

Verwundert war ich auch über die Werra Rundschau. In dem Artikel über das Kreispokalendspiel hat sie Folgendes geschrieben: „Das Hygienekonzept wurde vom Veranstalter hervorragend umgesetzt.“ Daneben wurde ein Bild gezeigt, wo dicht gedrängte Zuschauer in Zweierreihen eine Spielsituation beobachten. Am Sonntag darauf musste ich mir einiges von den Zuschauern anhören, nachdem ich sie an die bestehenden Abstandsregeln erinnerte. „Du mit deinem Scheiß“, war noch der mildeste Spruch.

Ich gehe davon aus, dass sich die Vereinsvorstände mit dem Hygienegesetz auseinandergesetzt haben. Kennen sie aber auch die Verkehrssicherungspflicht, die für alle öffentlichen Veranstaltungen gilt?

Hier ein Auszug aus diesem Gesetz: Derjenige, der eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält, hat die Pflicht, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen (Sicherungsmaßnahmen) zu treffen, um Schäden anderer zu verhindern. Die Verkehrssicherungspflicht ist in Deutschland eine deliktsrechtliche Verhaltenspflicht zur Abwehr von Gefahrenquellen, deren Unterlassen zu Schadensersatzansprüchen nach den §§ 823 BGB führen kann.

§§ 823 Schadensersatzpflicht

Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Ich habe als 1. Vorsitzender im Herbst aufgrund dieser Tatsachen keinen Spielbetrieb mehr in Herleshausen zugelassen, des Weiteren haben wir monatelang die Turnhalle gesperrt.

Mein Apell an alle Sportler lautet: „Habt noch ein wenig Geduld und haltet die Spielregeln ein!“

Gerhard Biehl
1.Vorsitzender, TSV 1869 Herleshausen e.V.

Aktualisiert:

Die Werra-Rundschau veröffentlichte ein Interview mit unserem Vorsitzenden:

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