Und die Schlepper mittendrin …

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint in einem Bild: Die Kolonne der 10. Schlepperwallfahrt zieht durch die frühlingshafte Flur des Werratals, zum Teil mit betagten Modellen, die schon den Vorfahren nützliche Dienste leisteten. Dieser noch recht junge Brauch glänzte am vergangenen Sonntag mit einer weiteren erfolgreichen Auflage. Und im Hintergrund erkennt man das neue Wommener Autobahndreieck, das zwei Tage später seiner künftigen Nutzung übergeben wird. Es soll die Autokolonnen in ferner Zukunft zügig von Eisenach nach Kassel bringen. Aktuell und in den nächsten Jahren ist es aber lediglich eine ziemlich teure Ortsumgehung, die einige Dörfer ent- und andere belastet.

Die Teilnehmer der 10. Schlepperwallfahrt erlebten einmal mehr eine wunderbare Ausfahrt durch eine Landschaft, die sich bei bestem Wetter von ihrer schönsten Mai-Seite zeigte. Knapp 50 Gefährte zogen auf Einladung des Männertreffs der Evangelischen Kirche von Herleshausen über Wommen, Nesselröden und die Lenne-Erhebung in den kleinen Ortsteil Frauenborn.

“Unsere ganze Tour ist ein einziger Gottesdienst”, so begrüßte Pfarrer i.R. Dr. Manfred Gerland den Tross bei der Aufstellung auf der Lauchröder Allee nahe der Werra bei Herleshausen. Um dies zu unterstreichen, wurde zweimal angehalten. Am Blumenfeld der Familie Wetterau im Hahnhofsweg fand die traditionelle Feldersegnung statt. Für das Gedenken an den kürzlich verstorbenen Jürgen Wetterau, von Anfang an einer der Initiatoren dieser Wallfahrt, konnte es keinen besseren Ort geben. In seinem Sinne wird das Blumenfeld vor den Toren des Dorfes auch weiterhin fortgeführt. Ein zweites Mal erklangen Lieder wie “Geh aus, mein Herz” oder “Wie lieblich ist der Maien” dann oberhalb von Nesselröden. Pfarrer Dietrich Wierczeyko begleitete den Gesang auf der Gitarre. Dazu gab es einen herrlichen Rundumblick auf gelb-grüne Felder, von vereinzelten Dächer-Tupfern unterbrochen. Auch hier ein kurzes Gedenken: Mit Werner Zöller ist im April ein anderer Herleshäuser verstorben, dessen Lebenswerk eng mit dieser Natur verbunden war.

Mit dem Tuckern der Traktoren – laut Pfarrer Gerland der Ersatzsound für die fehlenden Posaunen, um das Lob Gottes alternativ zu verkünden – traf man gegen Mittag in Frauenborn ein. Am steinernen Altar an der Kastanie warteten schon weitere Gemeindemitglieder auf den abschließenden Wallfahrtsgottesdienst. Mit “Großer Gott, wir loben dich” wurden alle Teilnehmer in ihren persönlichen “alltäglichen Gottesdienst” entlassen. Nicht wenige dürften von den gemeinsamen Stunden dieser Wallfahrt gute Anregungen dafür mitgenommen haben.

Ein herzliches Dankschön geht an die Frauenbörner Dorfgemeinschaft um Joachim Hilber, die sich in ganz ausgezeichneter Weise wieder um die Versorgung der vielen Gäste gekümmert hat.

Ankunft in Frauenborn am Waldrand

In der Werra-Rundschau schafften es die Schlepper heute sogar auf die Titelseite:

Aus Werra-Rundschau vom 12.5.26
Werra-Rundschau vor Ort: Mitarbeiterin Marie Gonnermann nahm sich viel Zeit und begleitete die Aktion bis ganz zum Schluss. Vielen Dank!

Impressionen von der 10. Schlepperwallfahrt:

Und hier geht´s zur Bildergalerie von vor 11 Jahren: 1. Schlepperwallfahrt 2015

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