Der Schlagbaum am Sperlingsrain

Fragt mal Jugendliche nach dem Wort “Schlagbaum”. Wer weiß, was das ist? Es werden nicht viele sein. Dabei spielte ein solcher Schlagbaum in unserer Region mal eine Hauptrolle, im Westen wie im Osten unseres Werratals. Eigentlich unvorstellbar, dass sich so eine Vokabel aus dem Wortschatz verflüchtigt, aber eigentlich auch unvorstellbar schön! Kein Schlagbaum, keine Grenzen!

Warum wir dieses Utensil dennoch zu einem Symbol Herleshausens gemacht haben und einen Hingucker für unseren “Messestand” geschaffen haben, liegt aber auf der Hand. Er gehört zwingend zur Herleshäuser Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch die Grenzkontrollstelle mit Schlagbäumen und “weißem Strich” kam unser beschauliches Werradörfchen zu bundesweiter Aufmerksamkeit. Was mitunter auch ein zweifelhafter Ruhm war, denn noch heute verbinden viele Menschen im Lande den Dorfnamen mit endloser Wartezeit in den 70er und 80er Jahren. Damals kamen wir auf Tagesschaukarten vor und im Urlaub brauchte man Fremden gegenüber die Lage des Herkunftsortes kaum näher zu beschreiben, man kannte uns.

Darüber hinaus gab der Schlagbaum Menschen Arbeit. Noch heute leben viele ehemalige Zöllner und Grenzschützer oder ihre Nachkommen in unseren Reihen. “Tor nach Thüringen” – wer erinnert sich noch an den Aufkleber? Der Schlagbaum ist ein starkes Symbol, vor allem der offene. Er gehört zu unserer Geschichte.

Für die Anfertigung des markanten Blickfangs gebührt dem “Team Müller” aus dem Goldgraben ein dickes Dankeschön. Einmal mehr hat Manfred Müller zusammen mit Manuela und Uwe Hornig handwerkliches Geschick gezeigt und einen tollen Beitrag für die Jubiläums-Aktivitäten geleistet. Anette Wetterau: “Manfred hatte so ein Häuschen vor seinem geistigen Auge, wie es damals an der provisorisch eingerichteten Grenzkontrollstelle stand. Zusätzlich hat er sich aber im Grenzmuseum Schifflersgrund informiert, welche Farbe es hatte. Die haben extra für ihn Nachforschungen betrieben.”

Herles1000 am Schlagbaum

Ein Foto aus der Werra-Rundschau – echt gelungen – genauso wie Bericht und Bildergalerie

Am ersten Julifreitag schmückten die Grenz-Requisiten den Herles1000-Stand am Sperlingsrain, jener schmalen Zufahrt zum Schloss Augustenau. Die Geschäftswelt des Dorfes hatte zur Nacht der offenen Läden geladen. Seit einigen Jahren ist diese Veranstaltung eine Bereicherung fürs dörfliche Miteinander, so auch in diesem Jahr.

Bei sommerlichen Temperaturen tummelte sich ein entspanntes Völkchen zwischen den Fachwerkhäusern. Zeit zum Schlendern, zum Informieren, zum Probieren, hier und dort ein Schwätzchen und vielleicht ein finales Verweilen. Herleshausen zeigte sich an jenem Abend von seiner freundlichen Seite und als guter Gastgeber. Glückwunsch den Organisatoren … – da habt ihr wieder etwas Besonderes auf die Beine gestellt. Herzlichen Dank!

Unser Stand wurde trotz der Randlage gut besucht. Einheimische und Gäste probierten die Festliköre aus Buchenblättern und Lindenblüten oder die alkoholfreie Erfrischung. Dazu gab´s leckere Aufstriche. Dadurch kam man ins Gespräch, und wir nutzten die Gelegenheit, auf den Höhepunkt des Festjahres, das Wochenende um Himmelfahrt, aufmerksam zu machen. Diese Tage sollte man schon jetzt für die Urlaubsplanung in 2019 in den Kalender eintragen, um dann möglichst nicht wegzufahren, sondern hierzubleiben oder eben herzukommen. Insbesondere warben wir für Sonntag, den 2. Juni, wenn sich Herleshausen in ähnlicher und noch etwas ausführlicher Form für seine Gäste öffnen will. Eine gute Brise von dieser Freitagsabend-Atmosphäre wünschen wir uns auch für jenen Sonntag in 2019. Sehr erfreut registrierten wir vor allem, dass auch viele Menschen aus unseren thüringischen Nachbardörfern unterwegs waren. 

Am Sperlingsrain leuchteten viele rote Jubiläumsshirts, man unterhielt sich übers Festjahr und nahm die druckfrischen Handzettel mit – merk das Datum: 29. Mai bis 2. Juni 2019. Außerdem feierte Klaus Goglers Kalender mit historischen Fotos Premiere – sehenswert! Er wird hier demnächst näher vorgestellt.

Die Nacht der offenen Läden zog sich beim “Bratwurst-Festival” am Anger noch bis in die späten Abendstunden. Einige hielten sogar noch länger zur Stange, nämlich mit Musik bei gleichnamiger Bäckerei im und am ehemaligen Gasthaus Engel. Und in der etwas abgelegenen Gutsschänke saß man noch bis tief in die Nacht am Lagerfeuer bei Gitarrenklängen zusammen. Die Vielfalt macht´s!

 

Bildergalerie mit Fotos von Klaus Gogler und Achim Wilutzky. Wichtiger Hinweis: Sollte sich jemand auf einem Foto erkennen, der mit einer Veröffentlichung hier auf unserer Seite nicht einverstanden ist, wird das Bild umgehend entfernt, wenn wir einen entsprechenden Hinweis erhalten – info@herleshausen.de.

 

 

 

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