Adventstimmung

Auch zum 4. Advent werden wir wieder einen neuen Text ins Gipfelbuch auf dem Kielforst kleben. Einige Einträge neben den bisherigen drei Texten zeigen, dass doch manche Wanderer auch in diesen eher herbstlichen Dezembertagen den Weg hinauf gefunden haben. Und vielleicht wird unser Kielforst-Kreuz ja auch ein Anziehungspunkt für die bevorstehenden Weihnachtstage. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Tageszeit und Witterung.

Zum Einstimmen und ein bisschen neugierig machen veröffentlichen wir an dieser Stelle mal den Text zum 1. Advent, den TSV-Mitglied Pfarrer Dr. Manfred Gerland verfasst hat:

Besinnung zum 1. Advent  am Gipfelkreuz

WARTEN

Der Aufstieg ist wieder einmal geschafft. Das war kein Spaziergang. Je älter ich werde, umso mühevoller wird er. Aber hier oben überkommt mich immer wieder dieses tolle Gefühl von Freiheit und Weite. Der Blick ins Werratal und in die Weite entschädigt für vieles.

Das Gipfelkreuz ist für viele zum Zielpunkt ihrer Joggingläufe, Mountain-biketouren und Wanderungen geworden. Warum eigentlich?  Was ist die Attraktion, das Anziehende dieses Ortes? Natürlich der schöne Blick! Aber auch das Kreuz! Es markiert einen Ort, deutet ihn und lädt ein zum Nachdenken. Es weist auf eine uns übersteigende Geschichte und Wirklichkeit hin. Hier oben auf dem Gipfel kann man Abstand gewinnen zu dem, was einen im Tal immer wieder niederdrückt. Hier ist ein Sehnsuchts- und Zufluchtsort. Da hat jemand ein kleines Kreuz – fast hätte ich es übersehen – an das große Kreuz gelehnt. Es ist mit einem roten Band geschmückt. Was bedeutet das? Offenbar hat hier jemand sein Kreuz, seine Sorgen und Ängste, an das große Kreuz gebracht, in der Hoffnung, dass sich in seinem Leben und in der Welt etwas verändert, verwandelt oder gar auflöst.

Die Adventszeit hat begonnen. Noch vier Wochen, dann ist Weihnachten. Das Fest wird dieses Mal anders werden. Kontaktbeschränkungen werden das Feiern nur im engsten Kreis der Familie erlauben. Aber Weihnachten fällt nicht aus! Vielleicht erleben wir es diesmal innerlicher, tiefer, existentieller – dass da ein Gott ist, der um uns weiß, der in Jesus Christus Mensch geworden ist wie wir, um uns nahe zu sein und zu erretten – auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten.

Adventszeit ist Vorbereitungszeit, Wartezeit  auf Weihnachten hin. Ich empfehle ein aktives Warten. Wenn Du das nächste Mal zum Gipfelkreuz gehst (vielleicht schaffst Du es ja in jeder Adventswoche hier hoch zu pilgern), dann geh in adventlicher Erwartung. Zünde hier die Kerze unter dem Kreuz an (vor dem Abstieg bitte wieder löschen!), sprich ein „Vater unser“ voller Sehnsucht und Erwartung. Vielleicht möchtest Du anderen von diesem besonderen Adventspilgern zum Gipfelkreuz erzählen, oder etwas in dieses Buch schreiben …

Manfred Gerland

Zur Meldung “Advent im Wald”

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