Flurformen und Flurnamen in Herleshausen

Im Rahmen der 1000-Jahr-Feier hat der WTV-ZwgV. Südringgau am 1. Mai (vormittags) einen Vortrag zu diesem Thema angeboten. Erfreulicherweise  sind ca. 75 Interessierte der Einladung ins Gemeinschaftshaus gefolgt. Die Ausführungen von Dr. Karl Kollmann zu diesem Thema bestätigten ihm schon nach kurzer Zeit anerkennend große Fachkenntnis.

Anhand von Kopien der im Jahre 1725 erstellten 14 Teilkarten der Herleshäuser Gemarkung, die er auf der Grundlage seiner bis ins 15. Jhd. zurückreichenden Recherchen handkoloriert hatte, bekam man einen Überblick über das Bauernland sowie über die Flächen des Landgrafen von Hessen (ehemals Kloster Kaufungen), von Buttlar, von Vultee (Boyneburg), von Riedesel oder Kirchenbesitz, was auch die Abgabepflichten regelte. Kurzweilig war auch die Deutung der rd. 173 Flurnamen, die Dr. Kollmann auf den historischen Karten zugeordnet und zu einem Teil detailliert dargestellt hat (20 Flurnamen lassen sich heute nur noch bedingt verorten).

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Mit der Faszination, alte Karten vor dem geistigen Auge in die heutige Zeit zu projizieren und dabei z. B. zu erfahren, wo sich ehemals der Herleshäuser Galgen befand, oder dass die „alte Werra“ mal ihren ursprünglichen Verlauf bis dicht am heutigen Schlosspark hatte. Letzteres erklärte auch die Frage, warum die heutigen sogen. „Lauchröder Wiesen“ (auf dem Karn) nicht in der Herleshäuser Flurkarte von 1725 dargestellt werden. Sie lagen damals rechtsseitig der Werra und gehörten damit zur Gemarkung Lauchröden. Geschichte kann durchaus spannend sein und niemand nahm es übel, dass der Vortrag nicht nur eine Stunde, sondern „plötzlich“ 1 ½ Stunden dauerte.

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Mai-Wanderung-Kollmann-Schmidt-1080Dr. Karl Kollmann (l.) und WTV-Vorsitzender Helmut Schmidt nach dem Vortrag.

Einiges aus dem Vortrag kann man auch in der Herleshäuser Chronik nachlesen, die inzwischen leider total vergriffen ist. Der WTV-Vorsitzende versäumte es deshalb nicht, für eine zweite Auflage zu werben, in die bereits einige Korrekturen und Ergänzungen einfließen. Es gilt aber zunächst, den noch vorhandenen Bedarf zu ermitteln („… denkt daran, dass sich so eine Chronik auch als Geschenk eignet“, erwähnte deshalb der Vorsitzende), denn die Historische Gesellschaft des Werralandes als Herausgeberin kann es sich natürlich nicht leisten, auf eine größere Anzahl gedruckter Chroniken „sitzen zu bleiben“. Deshalb: Bei Interesse bitte umgehend unter 05654/1010 melden.

Mitglieder des DRK-Ortsvereins hatte zwischenzeitlich eine leckere Erbsensuppe zubereitet, die nach dem Vortrag jedem Teilnehmer mundete. Anschließend folgte man der Einladung von Wanderwart Klaus Gogler, um sich auf Spurensuche zunächst entlang des „Osterpfades“ (extra für diesen Tag noch einmal aufgestellt) durch die Herleshäuser Flur zu begeben und dabei das im Vortrag gehörte mit Informationen an einigen Stationen noch einmal in der Natur zu verorten. Das Wetter war herrlich und der Biergarten vom Hotel Gutsschänke ein lohnendes Ziel, wo man noch lange in gemütlicher Runde und bei guten Gesprächen zusammen saß.

Ein schöner Tag im Jubiläum der 1000-jährigen Gemeinde Herleshausen klang aus und die „Schlepperwallfahrt“ des Männertreffs der Ev. Kirche am 12. Mai wirft bereits als nächste Veranstaltung seine Schatten voraus. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.

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Flurnamen und frische Luft machen durstig … Getränke-Stopp auf dem Fockenberg.

Weitere Fotos folgen …

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