Der Festkommers – ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres

Nach Silvester, den Neujahrslichtern, den alten Bildern und der Faschingsveranstaltung können wir nun auf einen weiteren Höhepunkt des Festjahres voller Freude und Dankbarkeit zurückblicken. Bürgermeister Lars Böckmann hatte mit seinen Mitarbeitern, Mitgestaltern und der Jugend des Second Home den Festkommers vorbereitet. Alle Stuhlreihen in der festlich ausgeschmückten Mehrzweckhalle waren besetzt, als um 18.30 Uhr die Veranstaltung begann und für dreieinhalb Stunden ein kurzweiliges und anspruchsvolles Programm dargeboten wurde.

Der Junge Chor startete das Festprogramm mit dem Lied „Guten Abend, liebe Gäste“, was von dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Manfred Kraus, aufgenommen wurde, um die Anwesenden von Nah und Fern in unserer geschichtsträchtigen Gemeinde willkommen zu heißen. Den Blick auf die Vergangenheit brachte auch der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke zum Ausdruck, insbesondere die Zeit, als das wertvolle Gut der Freiheit nur von den Störchen wahrgenommen werden konnte. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen RP und Kommune, um die Gemeinde finanziell auf eine solide Basis zu bringen und sie damit für die junge Generation zukunftssicher zu machen, auch wenn das mit Einschränkungen verbunden ist. Mit Platons Worten erinnerte er daran: „Wo aber keine Gemeinschaft ist, da kann auch keine Freundschaft sein.“

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Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke

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In seiner Laudatio nahm Landrat Stefan Reuß die Anwesenden mit auf eine Zeitreise und verglich dabei die Ordnung der einstigen 92 Gemein-Nutzungsberechtigten mit der heutigen Zeit, er verwies auf das Huterecht, das Gemein-Wirtshaus, das Befeuerungsholz für die Schule, das Gegenstück zur heutigen Schulumlage, sowie auf die erste Sparkassenzweigstelle, die Nebenrendantur in 1873, für die der Nebenrendant Johannes Steinmetz für seine ehrenamtliche Führung eine Kaution zu hinterlegen hatte. Der Landrat forderte auf, die Geschichte lebendig bleiben zu lassen, um den eigenen Stand zu erkennen und die Zukunft zu gestalten.

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Landrat Stefan Reuß (Werra-Meißner-Kreis) mit Bürgermeister Lars Böckmann

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Der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs, versprach weiterhin den kostenlosen Blick auf die Brandenburg, brachte seine Dankbarkeit über das grenzenlose Werratal zum Ausdruck, das für ihn in dem Kunstwerk an der Lauchröder Brücke – „Aus der Enge in die Weite“ – einen guten Ausdruck findet. Er ermutigte, den gemeinsamen Weg weiter zu gehen.

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Landrat Reinhard Krebs (Wartburg-Kreis)

Während der Pause, in der man sich mit Mißlers Wurst- und Käseteller stärken konnte, überreichte die Fachwerkjournalistin Diana Wetzestein zusammen mit Landrat Stefan Reuß eine weitere Fachwerktafel an Astrid Jürjens für das einstige Stellmacherhaus in der Hintergasse. Danach gratulierten die drei jungen Landtagsabgeordneten der Gemeinde, von der CDU Lena Arnoldt, von der SPD Karina Fissmann und von den Grünen, Felix Martin. Sie zogen ihre persönliche Verbindung zu Herleshausen und versprachen, uns bei ihrer Arbeit in Wiesbaden nicht zu vergessen.

Im Namen der Bürgermeister des Werra-Meißner-Kreises überbrachte Bürgermeister Wilhelm Gebhard aus Wanfried die Glückwünsche und berichtete aus eigener Erfahrung, dass so ein Jubiläum durchaus ein Ruck für die Zukunft darstellen kann, ausgelöst durch die Aktivierung der eigenen Kräfte und die Festigung der Gemeinschaft. Wir sollen nicht die Vision verlieren, dass wir einst vielleicht doch attraktiv werden mit guten Wohnungsangeboten in einer idyllischen Landschaft. Ortsbürgermeister Uwe Müller aus Lauchröden überreichte die Orden der Lauchröder Karnevalsveranstaltung für den „gemischten Knabenchor“ des TSV, der erstmalig bei der „grenzübergreifenden“ Karnevalsveranstaltung dafür sorgte, dass die Sitzung über Mitternacht hinausging.

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Wilhelm Gebhard, Bürgermeister Wanfried

Bürgermeister Lars Böckmann verwies in seiner Ansprache auf das Offensein für andere und auf ein gutes Miteinander, das uns als Gemeinde voranbringen kann. Als er Ausschnitte eines Briefes seines bretonischen Amtskollegen aus Cléder vorlas, wurde deutlich, dass auch das europäische Haus nur Bestand hat, wenn im Kleinen eine gute Gemeinschaft funktioniert. Das Große setzt das Kleine voraus.

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Lars Böckmann

Eine Hommage an Herleshausen brachte Achim Wilutzky dar durch seine eindrücklichen Bilder, untermalt von Texten, Melodien und gesprochenen Worten. Sie erzählten von der Vergangenheit, von „Grenzerfahrungen“, von immer wiederkehrenden Festen, der Jugendbewegung Second Home, den vielfältigen Festvorbereitungen bis hin zu den Originalen, die ein Dorf prägen. Die 688 Seiten umfassende Chronik stellte Dr. Karl Kollmann von der Historischen Gesellschaft des Werralandes vor und dankte allen Mitwirkenden für ihre umfangreichen Recherchen. Die Mitautoren bekamen an diesem Abend ein von Dr. Karl Kollmann signiertes Exemplar geschenkt.

Am Ende der offiziellen Veranstaltung konnte man mit dem Herzen in die vom Jungen Chor dargebrachte Jazzmotette „Jubilate“ einstimmen, bevor die Zeit der Begegnung und des Gesprächs kam. Um 4.00 Uhr schloss dann der Bürgermeister die Türen der Mehrzweckhalle ab.

PS: Natürlich verschwindet manches aus der Erinnerung, deshalb ist dieser Abend aufgezeichnet worden und kann bald als DVD erworben werden.

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